Jada_Stummelrute.jpg

Problemhunde gibt es nicht ...

Es gibt Hunde, die so hoch spezialisiert sind, dass sie entsprechend hohe Anforderungen an die Haltung stellen. (z.B. Border Collie, Cattledog, einige Windhund- und Herdenschutzhundrassen, Husky, Saarloos Wolfshund ...) Sie haben beispielsweise ein extrem hohes Bedürfnis nach Bewegung und Beschäftigung, einen extrem ausgeprägten Jagdtrieb oder Territorialinstinkt, oder können schlecht alleine bleiben.

Solche Eigenschaften können in vielerlei Hinsicht einem entspannten Leben in unserer Gesellschaft im Weg stehen. Meist haben diese Hunde ein Problem, denn der "Durchschnittshundehalter" ist nicht unbedingt in der Lage diesen Hunden ein artgerechtes und ausgefülltes Leben zu bieten. Das kann zu unverhältnismäßigen Reaktionen bzw. Verhaltensauffälligkeiten des Hundes führen. Nicht selten resultieren daraus weitere Symptome wie Zwangsverhalten, Stereotypien, Krankheiten oder Allergien. Auch wir Menschen werden krank, wenn wir über einen langen Zeitraum unglücklich sind.

Es gab noch nie so viele verhaltensauffällige und kranke Hunde. Die Tendenz scheint weiter steigend zu sein.
Das Angebot der Industrie wächst ebenfalls. Sie versorgt uns bestens mit Spezial- und Diätfutter und hält allerlei sogenannte Erziehungshilfsmittel, wie Halti, Legleader, Stachel-, Spray-, Anti Bell- und sogar Stromhalsbänder bereit. Hundeschulen, Tierpsychologen und Tierheilpraktiker boomen. Dennoch gibt es viele verzweifelte Hundehalter und Hunde in Not, die ständig mit Konflikten leben. Der Leidensdruck ist teilweise so hoch, dass viele Hunde im Tierheim landen.

Deshalb prüfen Sie vor der Anschaffung eines Hundes ihrer auserwählten Rasse (auch Mischlinge daraus) bitte unbedingt entsprechende Rassemerkmale und ob Sie diesen Anforderungen gerecht werden können. Denn die Wahl der falschen Rasse, geistige und körperliche Unterforderung, als auch Überforderung eines Hundes sind die häufigsten Ursachen für problematisches und unerwünschtes Hundeverhalten.

Toni Silva Amelie